| c) Soziale Herdenstruktur: Gemäß zugänglichen Berichten (seit 1972 erstellt) ist die Zahl der Harems auf der PMWHR von 18 auf 34 gestiegen. Hierfür wird die sinkende Zahl an durchschnittlichen Stuten je Gruppe und die steigende Hengstzahl auf der Range verantwortlich gemacht. Zusätzlich ist die Population charakterisiert von der höchsten festgehaltenen Rate an Interchanges (hiermit ist der Wechsel von einer Stute in verschiedene Familiengruppen gemeint Anm. d. A.). Nahezu 40 % aller austragfähigen Stuten wechseln innerhalb eines Jahres zwischen den Familiengruppen. Dies führte oft zu verwaisten, verletzten oder gar verstorbener Fohlen aufgrund dieser Wechselaktivität. Am häufigsten ist dieser Wechsel bei jüngeren Stuten zu beobachten, in Gruppen, wo der Leithengst die Entscheidungen auf der Range trifft. (Für gewöhnlich wird die „Tagesentscheidung“, also wohin es zum Fressen, wann es an das Wasserloch geht, oder aber auch wohin es bei einer Flucht geht, von der Alpha-Stute getroffen. Anm. d. A.).
d) Herden Altersstruktur/Geschlechtsverhältnis: Eine typische Altersstruktur für eine Wildherde, ist die pyramidische Form, wo die Mehrheit der Tiere in der jüngeren Alterskategorie sind. So auch für die PMWHR-Herde. Aktuell ist jedoch, das bestimmte Altersgruppen unterrepräsentiert sind, infolge von selektivem Management (Roundups Anm. d. A.) oder Tot. Der erhöhte Eingriff durch den Berglöwen führte zu einer Schwächung in den Alterskategorien der Jährlinge und Zweijährigen. Das maximale Alter der Pferde auf der Range wird bei einigen mit über 16 – 17 Jahren dokumentiert. Man geht davon aus, dass die Umweltkondi-tionen zu diesem Muster beigetragen haben.
Forscher deuten darauf hin, dass der Schwerpunkt bei der Reproduktion bei dem männlichem Geschlecht liegt, was darauf hindeutet, dass das weibliche Geschlecht sich in einer besseren Kondition befindet. Das Ergebnis war, dass das Geschlechts-verhältnis oscellierend um die gleiche Anzahl männlich/weiblich liegt.
e) Austragungsrate der Stuten und überlebende Fohlen: Die augenblickliche Herden-Fohlenrate steht indikativ zu einer gesunden und produktiven Wildpferde-Population mit einer durchschnittlichen Austragung von bis zu 52%, mit einer sehr stark variierenden Fohlenüberlebensrate zwischen 6 und 55 %. Langzeitlich durchgeführte Untersuchungen ergaben jedoch, dass von durchschnittlich 33 geborenen Fohlen 24 überleben. Das Austragen der Fohlen findet primär in der Zeit zwischen Mai/Juni statt. Jährliche Abweichungen sind jedoch vorkommend. Stuten im Alter zwischen 5 – 13 Jahren tragen hauptsächlich zur Fohlenproduktion bei, während die jüngeren und älteren Stuten seit 2002 durch die Fruchtbarkeitskontrolle eingeschränkt sind. Das Alter der Haremshengste beträgt 5 – 15 Jahre.
Das Fohlenüberleben ist zunehmend beeinflusst durch die Bedrohung von Berglöwen und Schwarzbären, aber auch infolge von Verletzungen durch die Interchanges der Mutterstuten, die oftmals dann ihre neugeborenen Fohlen sich selbst überlassen.
f) Natürliche Herdensterblichkeit: Es wurden hierfür Daten von früheren Forschungen herangezogen, um ein Muster für die natürliche Sterblichkeitsrate innerhalb der Pryor Mountain Wildpferdeherde zu bekommen. Diese Daten wurden ergänzt mit jüngst zurückliegenden Informationen über bekannte Todesfälle, sowie
aufgefundenen Kadavern. Es scheint eine eingeschränkte Sterblichkeitsrate quer durch alle Altersklassen zu geben, wobei es jedoch mehr Todesfälle in den jüngeren und älteren Klassen gibt. Fohlen und Jährlingsverluste waren außergewöhnlich hoch in den jüngst zurückliegenden Jahren. Stuten scheinen anfälliger für eine kürzere Lebensspanne zu sein, evtl. aufgrund ihres hohen Energieaufwandes bei vielen Geburten im Laufe der Jahre.
g) Herden Wachstumsrate: Die jährliche Populationswachstumsrate variierte extrem stark bei dieser Herde. Das Bemühen des Managements in der letzten Dekade war es, durch Herdenstabilisierung den Beweidungsdruck, besonders in den kritischen Gebieten der Range auf das Minimum zu verringern. Die durchschnittliche Wachstumsrate betrug 10% in der letzten Dekade. Wie auch immer, mit sinkender Zahl überlebender Fohlen, eine eingeschränkte Nutzung der Geburtenkontrolle und das natürliche Ableben bei älteren Pferden ließ die Zuwachsrate in 2003 auf „0“ fallen, Geburten und Todesfälle waren gleich. Im letzten Jahr fiel die Rate sogar unter die „0“ Marke, da die Sterbefälle die Geburten überstiegen. Eine kurzzeitige negative Wachstumsrate ist nicht als Nachteil zur Herdenüberlebensfähigkeit zu sehen, solang sie nur von kurzer Dauer ist. Es bedarf weitere Beobachtungen von Geburten- und Sterbefällen, sowie Aufnahmen von Eingriffen durch das Management zur Erhaltung der Ballance.
h) Herden genetische Lebensfähigkeit: Aufgrund jüngerer Studien (Cothran 2002 und Cothran/Singer 2000) besteht nur eine geringfügige Gefahr einer Inzucht innerhalb der Herde. Zurzeit genießt die Herde eine sehr hohe genetische Vielfalt. Die genetische Lebensfähigkeit der Herde ist zurzeit nicht auf einem kritischen Stand. Das Management hält darüber hinaus verschiedene Strategien bereit, um in diesem Falle die genetische Erhaltung der Herde zu gewährleisten.Dem Vorschlag von Cothran/Singer, die durchschnittliche Herdengröße auf 140 – 150 Wildpferde zur Erhaltung der genetischen Vielfalt, kann aufgrund der momentanen gesundheit-lichen Verfassung der Range, die klar beweist, dass sie eine solche Zahl nicht tragen kann, nicht entsprochen werden. Management Alternativen existieren. So wurde ein Modell erarbeitet, in dem man das Alter der ersten Austragung verschiebt, (durch Behandlung oder durch entfernen aus der Herde). Dies könnte jedoch zum Verlust der genetischen Vielfalt der Herde führen. Das gleiche Schema wurde auch für die Haremshengste erarbeitet. Hier liegt die Gefahr anders, in einer Abnahme der Familiengruppen innerhalb der Herde, sowie durch uniforme Fohlen, da nur eine gewisse Anzahl von Hengsten zur Verfügung stünde. Eine genetische Vielfalt kann ebenfalls erhalten werden, wenn man 1 – 2 Jungstuten jeder Altersklasse in die Herde einfügen würde, für einen Zeitraum von 10 Jahren. Diese Stuten wären bereits von einem Deckhengst gedeckt. Sollte es notwendig sein, so würde das BLM dies als einen genetischen Anhang für die Pryor Herde betrachten. Die hierfür in Frage kommenden Stuten würden aus einem Pool von vorher adoptierten Pryor Pferden gleicher Genstruktur aus dem Lovell, Wyoming Gebiet stammen.
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